0

Newsletter abonnieren

Anmelden Club-Mitglied

Clubkarten-Nummer

Passwort

Angemeldet bleiben
Login vergessen?
Noch kein Club-Mitglied?

We Are Little Zombies

OT: Wî â Ritoru Zonbîzu
Makoto Nagahisa | JP 2019 | 120 min | OmeU
Mit: Keita Ninomiya, Satoshi Mizuno, Mondo Okumura, Sena Nakajima

Sentimentalität ist kein Fremdwort im Japanischen Kino, vor allem im breiten Mainstream der Gefühle kennt sie keine Dämme. Dass dies zu hochmotivierten Gegenreaktionen anregt, zeigt uns Regisseur Makoto Nagahisa anhand der vier Kids im Schulalter, die gerade ihre jeweiligen Eltern verloren haben und emotionslos auf den aufsteigenden Rauch des Krematoriums blicken. Wie kann man denn etwas vermissen, das schon vorher nicht wirklich für einen da war und dessen Asche jetzt nur mehr an Parmesan erinnert? Weinen, das können die vier Teens nicht, wollen sie auch gar nicht, für Trauer ist in ihrem jungen Leben kein Platz. Stattdessen formen sie eine Band, „Little Zombies” wird sie genannt und mit bösartigem, scharfzüngigem Humor fern jeder Pietät stellen sie sich gegen das vermeintlich so traurige Schicksal. Der Tod als Anregung zum Aufbruch, als frühes Signal die Ketten der Kindheit hinter sich zu lassen und entfesselt in wilder 80er-Jahr Videogame-Ästhetik dem großen Durchbruch auf der Bühne entgegenzufetzen. Noch aufgehyped von den Bleeps und Pings des Nintendo Soundtracks finden sie aber doch so etwas wie Selbtsreflexion, als Weg zum Ausweg aus der emotionalen Leere.

Für seinen ersten Kurzfilm And So We Put Goldfish in the Pool erhielt Makoto Nagahisa den Kurzfilmpreis in Sundance. Dorthin wurde er heuer auch gleich mit seinem ersten Spielfilm eingeladen und erhielt auch dort prompt den Spezialpreis der Jury. Auch bei den Filmfestspielen in Berlin konnt er er einen Gläsernen Bären in der Kategorie Generation 14Plus abräumen.