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Side Job

OT: Kanojo no Jinsei wa Machigaijanai
Ryuichi Hiroki | JP 2017 | 120 min | OmU
Mit: Kumi Takiuchi, Ken Mitsuishi, Kengo Kora, Tokio Emoto, Atsushi Shinohara

Das anhaltende Trauma, das die Katastrophe von 2011 bei den betroffenen Menschen ausgelöst hat, steht im Zentrum von Ryuichi Hirokis tristen aber mitleidlosen Betrachtungen derer, die sich glücklich als Überlebende schätzen könnten. Miyuki teilt sich mit ihrem Vater eine der Behelfswohnungen, die überall so auch hier in Iwaki, Fukushima für die obdachlos gewordenen Opfer gebaut wurden. Verzweifelt nach dem Verlust seiner Ehefrau, hat ihr Vater aufgehört zu arbeiten, die Schuld des Überlebens lastet schwer. Auch für Miyuki, die zwar einer regelmäßigen Arbeit nachgeht, birgt die Zukunft kaum Perspektiven. Umso verwunderlicher ist es, als sie Englischstunden vortäuschend die Wochenenden in Tokyo verbringt, als Prostituierte. Die Frage nach dem Warum dieser Entscheidung zum ungewöhnlichen Nebenjob rückt in den Hintergrund, moralische Urteile werden nicht gefällt. Die Möglichkeit der erdrückenden Einförmigkeit des Alltags zu entkommen mag Grund genug sein.

Regisseur Hiroki arbeitet seit jeher zweigleisig. Renommierten Indie-Projekten stehen da flotte Romanzen gegenüber, direkt aus der Mitte des Mainstreams. Dass das hier gezeigt Projekt im Lager der Ernsthaftigkeit angesiedelt ist, liegt auch daran, dass der aus Fukushima stammende Regisseur hier, wie auch schon in seinem hochgelobten Film River (2011), eigene Erfahrungen (basierend auf seinem eigenen Roman) aus seiner direkten Umgebung präsentieren kann. Der allgegenwärtige Ken Mitsuishi, der hier den Vater spielt, ist bei Japannual 2018 auch in Mori. The Artist’s Habitat und Pumpkin and Mayonnaise zu sehen.


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