Incinerator
Japannual
Shuntaro Uchida | JP 2026 | 97 min | OmeUMit: Karin, Taiki Shinozuka, Akiko Kikuchi, Takuma Nagao, Momoko Fukuchi, Oshiro Maeda
Der Übergang vom Kindheits- ins Jugendalter erweist sich bei den meisten Menschen als eine verletzliche und verwirrende Zeit zugleich. So geht es der zehnjährigen Kozue, die am Stadtrand Tokyos aufwächst. Ihr Alltag ist von häufigem Alleinsein geprägt: In der Schule gilt sie als Außenseiterin; ihre stille, passive Art macht es ihr nicht leicht Anschluss bei den anderen Kindern zu finden. Zuhause findet sie kaum Halt – die Mutter ist dauerüberarbeitet, der Vater dem Alkoholismus verfallen. So vertreibt sie sich ihre freie Zeit hauptsächlich damit, allein durch die Umgebung zu streifen und das Geschehen um sich herum zu beobachten. Langeweile und Isolation sind dabei ihre ständigen Wegbegleiter. Sie verbringt ihren Sommer mit einsamen Ritualen, vor allem damit, Gegenstände zu stehlen und sie im Müllverbrennungsofen hinter ihrer Schule zu verbrennen. Bis eines Tages der ältere Jinta in ihrem Klassenzimmer auftaucht, um sein Papiertheater (Kamishibai) vorzustellen. Seine Vorstellung weckt in Kozue eine tief verschüttete Empfindung: die Hoffnung auf Nähe, Verbindung und…vielleicht auch auf Liebe?
Nach seinem Dokumentarfilm Pelikan (2017) hat Regisseur Shuntaro UCHIDA für sein Spielfilmdebüt einen träumerischen aber doch auch dokumentarischen Stil gewählt. Die Intensität mit denen wir in die Gefühlswelt seiner Protagonistin eintauchen und mit ihr Hitze & Stille, Licht & Schatten erleben, lässt uns ihre Welt wie unsere eigene Wahrnehmung empfinden. Basierend auf einer Kurzgeschichte der Autorin Kaori EKUNI, in der Presse gerne auch als die „weibliche Murakami“ bezeichnet, zeigt uns Uchida, dass für intensive Empfindungen kein ausgedehnter Plot notwenig ist. Unterstützt wird er dabei von der subtilen aber eindringlichen Darstellung der jungen Neuentdeckung mit dem kurzen Namen KARIN. Der Film hatte seine Weltpremiere beim renommierten Festival von Karlovy Vary, wo er einen Spezial Preis der Jury erhielt.